Liebe
leserinnen und leser des idiotenspeak,
wir waren im
frühling im corona-knast. Und wir
meinen das durchaus wörtlich. Wir waren wochenlang eingesperrt mit nur wenigen
spaziergängen. Abgeschnitten von der familie und der gesellschaft. Ausser el
hombre, denn der lebt mit seinen eltern. Wir anderen im heim.
‘Aber wir
waren ja alle im lockdown, nicht nur die behinderten’, sagen sie vielleicht.
‘war ja für alle gleich.’ Nein. Für uns dauerte der lockdown, behördlich
empfohlen, viele wochen länger. Auch danach blieben besuche schwierig. Und da
wir nicht reden können und für das tippen vernünftig geschulte assistenz
brauchen, war digitale interaktion für uns auch extrem eingeschränkt.
Isolationshaft.
Wir wollen
das nicht noch einmal. Wir wurden nicht gefragt und schlecht informiert. Die medien
haben nicht über uns geschrieben. Nur über die altersheime. Und wie schlecht es
den leuten dort ging ohne besuch und selbstbestimmung. Das war wichtig, aber
uns ging es völlig unbemerkt genauso. Und wir sind noch nicht einmal in einer
risikogruppe.
Einsperren
ist gegen die brk (behindertenrechts-konvention). Nicht fragen ist gegen die
brk. Aber dasselbe nochmal machen und keine bessere lösung überlegen, wäre grob
unprofessionell und absichtlich grausam.
Normaten
regen sich teilweise auf, weil sie maske tragen eine zumutung finden oder nicht
mit tausenden feiern zu dürfen. Ihr habt keine ahnung von einschränkung der
rechte und der persönlichen freiheit. Wegen solch lächerlicher ignoranten sind
wir nahe am zweiten lockdown.
Aber diesmal switchen wir: ihr geht in den corona-knast,
und wir reden über die einschränkung der persönlichen freiheit. Davon haben wir
sowieso mehr ahnung. Abgemacht?