Mittwoch, 25. Mai 2016

kommunizieren mit autisten, 1. Teil

Vor kurzem haben wir eine zuschrift erhalten mit der frage, welche sprache man mit autisten sprechen müsse und ob sie lieber für sich allein seien. Erst einmal ist wichtig, dass es den autisten generell nicht gibt. Wir können also nur für uns selbst sprechen. Wir sind jedoch schwierige autisten sogenannt. Was also für uns möglich ist, ist wahrscheinlich für die meisten anderen auch möglich.

Wir wollen nicht für uns allein sein.  Nicht einmal, wenn es schwierig ist für uns, weil die welt ständig tausend informationen auf uns regnen lässt. Wir wollen kommunizieren und beziehungen und freunde haben. Der introvertierte alleinmensch ist ein bloeder mythos, den normaten fuer uns erfunden haben. Angesprochen werden verwirrt uns nur dann, wenn es zu selten vorkommt. Wir brauchen keine spezielle sprache oder einfache wörter. Wir sind weder aliens noch blöd.

Montag, 23. Mai 2016

Beitrag am UK-Symposium

Wir werden am uk-symposium einen besuch und einen beitrag über unseren blog machen. Wir alle sind sehr gespannt, wie das laufen wird. Sind überhaupt leute interessiert, uns zuzuhören? Interessiert an unserem blog, unseren ideen und zielen? Wir waren selten oder nie auf so grossen veranstaltungen. Halten wir das aus?

Solche tagungen sind zwar da wegen uns, aber in der praxis nicht für uns gedacht. Zuviele menschen, zuviel lärm, zuviel ablenkung, zuviele sinneseindrücke, zuviel handeln müssen. Zuviel alles. Es ist eigentlich komisch: selbst an veranstaltungen und orten, die nur wegen unseren schwierigkeiten und eigenheiten überhaupt existieren, müssen wir uns den normaten anpassen und nicht etwa sie sich uns.

Wir hoffen, unser beitrag wird genügend publikum finden, und wir können uns genügend fokussieren, um ihn erfolgreich zu präsentieren. Kommt uns alle unterstützen, bitte. Wir zählen auf euch.

Mittwoch, 18. Mai 2016

Auflösung emoji-Nachricht (von Sokrates)

Liebe leute
Ich springe heute auf und ab vor begeisterung ueber eure kommentare. Hier die aufloesung:


Hallo leute
Ich kann nicht mit dem mund sprechen. Denke und rede aber ueber vieles in der welt. Einfach anders.
bitte lest und lernt darueber.  Habt ideen. Ihr muesst manchmal suchen, fragen. Aber kommt zeit, kommt rat.
Aber wenn ihr mich versteht, ist das toll, wir lachen traenen. Ein geschenk so schoen.
Tschuess. 

na?
liebe gruesse
sokrates

Mittwoch, 11. Mai 2016

spass mit emojis (von 'Sokrates')

Wer findet raus, was die nachricht bedeutet? vorschläge an uns bitte.


👋👤👤
👤👄🚫😘👤💬💥🌏
👤👤📖💡🔎❓⏳❗❗
😍😂🌹
👋

Mittwoch, 27. April 2016

wohnen im heim

Der verein ‘autismus deutsche schweiz’ (ads) hat an (angehörige von) menschen mit autismus (ass) fragen gestellt zum thema wohnen in institutionen. Das passt zu den themen in unserem blog. Wir beantworten diese fragen hier (fragen von ads in kursiver schrift):
1. Mit welchen Herausforderungen ist eine Institution konfrontiert, wenn Sie/ihr Kind dort wohnen/wohnt? 
2. Wie kann eine Institution Sie/ihr Kind am besten unterstützen?
3. Wie können Sie/ihr Kind in einer Institution ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen?

Wir alle brauchen assistenz für alltägliche dinge. Wir brauchen viel kommunikationstraining und kompetente UK. Wir brauchen betreuer und strukturen, die unsere probleme im interface zwischen hirn und welt beruecksichtigen. Dennoch benötigen wir daneben ausbildung und arbeitsplätze, die auch für den intellekt was bieten. Es stimmt nämlich nicht, dass jeder nicht sprechende mensch mit autismus intellektuell beeinträchtigt ist. 

Die herausforderung fuer heime ist somit klar. Genuegend und in all den bereichen sehr gut ausgebildetes Personal mit zeit. Nicht doofe arbeiten und intelligente kommunikation. Das ist nicht leicht zu machen. Die heime für leute mit hohem Betreuungsaufwand sind auf geistige behinderung ausgelegt. Wir brauchen aber eine haltung von assistenz und annahme von kompetenz, nicht besserwisserische oder auch nur gut meinende betreuung, die letztlich nur bevormundung mit schönerem namen ist. Indem heime das ernst nehmen, koennen wir autonom leben.

Mittwoch, 13. April 2016

Idiotenspeak für alle

Wir erhalten immer wieder mails von anderen idioten wie wir. Sie sagen uns, wir machen tolle arbeit mit dem blog und erzählen uns von den tagesstrukturen und arbeiten, die sie haben. Die geschichte ist immer dieselbe: einfache praktische arbeiten ohne berufliche ausbildung, weil angenommen wird, dass die leute geistig behindert sind.

Aber die sind es vielleicht genau so wenig wie wir. Alles was wir ihnen möglicherweise voraus haben, ist gutes oder mehr sprachtraining. Und vor allem die gelegenheit, einen blog zu führen und zu lernen: was braucht es dafür alles und wie macht man das.  Berufliche und kulturtechnische bildung eben. Zudem üben wir schon seit jahren, wie man gedanken für andere verständlich formuliert für unterschiedliche zuhörer und situationen.

Idiotenspeak ist nicht nur ein netter blog für gelangweilte behinderte. Es ist auch ein bildungsprojekt. Die Vision für die zukunft ist, dass mehr idioten daran teilnehmen können. Und dass es täglich stattfinden kann. Wenn wir das können, können das andere auch. Denn wir sind die protoidioten.

Zwischenbericht (von 'der Biologe')

ich lerne gerade über motorische planung und umsetzung von handlungsplänen auf der neuronalen ebene. Ich habe probleme beim handeln und will herausfinden, was bei mir schief läuft zwischen gehirn und körper. Niemand konnte mir bisher erklären, was das problem ist. Die meisten ärzte denken sowieso, es sei ein kognitives problem. Ich könne nicht handeln, weil ich nicht denken könne. Aber mit meinem denken ist alles in ordnung.

Ich lese also über gehirn, neuronen, motorische felder, pyramidalbahnen und dergleichen. Spannend aber auch kompliziert. Und ich brauche hilfe beim lesen wegen dem blättern und der aufmerksamkeit, hilfe bei der recherche mit google und ausdrucken, weil ich nicht gezielt meine hände steuern kann. Wenn sie den alltag in einem erwachsenenheim kennen, wissen sie, dass die betreuer für solche assistenz keine zeit haben. Lernen ist also für mich so ein langsamer und mühevoller prozess. Aber ich will weiterkommen in dieser frage und werde hier von zeit zu zeit gerne berichten.