Mittwoch, 7. Juni 2017

Handbuch: wie helfen?



Es ist unbestritten, dass wir im alltag hilfe brauchen. Aber was hilft wirklich?

Wir können natürlich viele kleine und grosse dinge aufzählen, die bei dieser oder jener schwierigkeit helfen. Das werden wir sicher in diesem handbuch auch noch tun, wenn es um bestimmte schwierigkeiten geht: orientierung, reizüberflutung, zwänge, kommunikation, handlung. Jetzt soll es aber zuerst um das wichtigste und grundsätzlichste gehen. Fehlt das, ist alles andere für die katz. Die richtige haltung der helfer.

Ja, es gibt eine richtige haltung. Und es gibt deshalb auch falsche, hinderliche und schädliche. Wir beschreiben die richtige, die sich im laufe unserer erfahrungen mit betreuern aber auch mit eltern, geschwistern und allenfalls freunden herauskristallisiert hat. 
 
  • Es ist eine fülle von verhaltensweisen, die immer uns als fähige lerner und leber ansprechen, ohne unsere schwierigkeiten in der umsetzung zu ignorieren.
  • Eine haltung, die das eine vom anderen in handlung und ansprache klar trennt.
  • Eine haltung, die zutraut und sich was traut, egal was andere sagen.
  • Helfer müssen denken können und zwar selbständig und auch mal in neuen bahnen.
  • Sie müssen uns klar und sicher entgegentreten, ohne herablassend zu sein und zu meinen, sie wüssten besser was wir brauchen als wir selbst.
  • Gut beobachten, ohne sofort zu interpretieren.
  • Offen bleiben, ohne wischiwaschi zu sein.
  • Struktur und halt geben, ohne einzuschränken.
  • Die eigenen gefühle bei sich behalten, wenn es schwierig wird. Uns fliegen schon unsere um die ohren. 

Es gibt noch viel dazu zu sagen. Aber das reicht erstmal zum Nachdenken.

Mittwoch, 31. Mai 2017

demokratie: usa - schweiz (von Gastblogger 'der Biologe')



Liebe leserinnen und leser
Die usa haben ein politisches system, das unserem in der schweiz sehr ähnlich ist. Das erstaunt vielleicht ein wenig, weil sie einen präsidenten haben, der noch dazu im moment ein eitler selbstdarsteller ist. Aber eigentlich ist die gesetzgeberische macht beim parlament, wie bei uns. Der präsident stellt lediglich die exekutive dar. Aber mit einem möchtegern-könig als präsident und einem parlament aus arschkriechern und profiteuren sieht das anders aus.

Bei uns hat es mit sieben bundesräten keinen platz für alleinherrscher. Und mit vielen verschiedenen parteien im parlament ist die macht von profiteuren in einer einzelnen auch nicht so gross. Die politiker müssen mehr diskutieren und kompromisse eingehen, um mehrheiten zu finden. Man kann die anderen nicht einfach übergehen.

Abgesehen davon stimmt das volk dann über das meiste ab, und bei mist und extremismus sagen wir nein. Wir sind ja nicht blöd. So ein trump-desaster wäre in unserem system nicht möglich – hoffentlich!

Mittwoch, 24. Mai 2017

Gespräch mit Peter Schneider: Teil 2



Hier kommt der 2. Teil des Gesprächs, das die Redaktion des Idiotenspeak letzte Woche mit Peter Schneider geführt hat:

 
Moderation: Habt ihr Themen, die ihr speziell ansprechen möchtet heute?

El Hombre: Wie Inklusion schaffen?

Querdenker: Auch das, und wann nochmal treffen? Ich bin frustriert, weil so wenig zeit ist.

PS: Mich würde das Thema der Übersetzung noch genauer interessieren.

(Durch ein Auswahlverfahren wird entschieden, dass die Themen Frust/weiteres Treffen und Übersetzung weiter behandelt werden sollen) 

El Hombre: Ich bin auch frustriert, und das stresst.

PS: Was ist den frustrierend? Das habe ich nicht verstanden.

Querdenker: So langsam sind wir, und Sie sind gleich wieder weg. Saublöd.


PS: Vielleicht könnten wir ja zu bestimmten Zeiten zusammen chatten. Dafür müsste ich nicht hier anwesend sein, und wir hätten trotzdem Zeit, miteinander zu schreiben.

Querdenker: Gute Idee, dann sehen Sie uns auch nicht beim rumrennen, und wir sind entspannter.


PS: und ich wahrscheinlich auch. Es ist einfacher, wenn man nur in einem Medium kommuniziert, ohne Lautsprache und Mimik kommuniziert.

Moderation: Ist dies für euch auch so?

El Hombre: ja

Moderation: und wie war die direkte Interaktion hier für Sie, Herr Schneider?

PS:  ich war auch aufgeregt, weil ich eher schüchtern bin im direkten Kontakt. Aber es ist auch wichtig und schön gewesen, euch persönlich kennenzulernen.



Moderation: Was hat euch das gebracht, Herrn Schneider direkt zu treffen?

Querdenker: Ist gut, den sensorischen Input zum Namen zu haben.

Moderation: Wir haben noch das Thema «Übersetzung». Herr Schneider, können Sie etwas genauer sagen, was Sie damit meinen?

PS: Ich stelle mir vor, dass man sich gegenseitig erklärt, was für einen in einer Situation anders ist als für den anderen, wie man etwas gerade erlebt oder wie etwas auf einen wirkt und ob das nun etwas mit neurotypisch oder autistisch zu tun hat.

Sokrates: Da kann ich  bücher zu schreiben - unser handbuch 

(aktuell als verschiedene Posts auf dem Blog im Entstehen) 

Moderation: Was könnt ihr zu der Unterscheidung neurotypisch/autistisch sagen? Gibt’s den Unterschied überhaupt, wie würdet ihr unterscheiden, wo seht ihr Unterschiede?

Querdenker: ist eine blöde unterscheidung, jeder ist untypisch.

PS: Also gar keine kategorien? Das leuchtet mir nicht ein. Wozu gibt es dann einen eigenen Idiotenspeak-Blog?

El Hombre: Weil uns die gesellschaft das label gibt, nicht weil es in unserem gehirn anders ist, grundsätzlich.


Querdenker: Ein diskurs-label wie ‘behindert’.

PS: Ich muss gleich auf den Zug. sollen wir unser schriftliches Gespräch auf dem Blog als Chat weiterführen? Die Frage nach den Kategorien interessiert mich und es gibt ja sinnvolle und unfruchtbare Labels.




(Taxis und Züge, allgemeiner Aufbruch) 

Herzlichen Dank unserem Gast, Peter Schneider, für das spannende Gespräch!