Mittwoch, 20. April 2022

noch viel schatten für menschen mit behinderungen in der schweiz (vom redaktionsschwarm)

Liebe freund*innen von idiotenspeak

Habt ihr bisher gedacht, die schweiz macht vorwärts bei der umsetzung der un-brk (behindertenrechtskonvention, von der schweiz 2014 ratifiziert)? Weil doch immer mehr busse und trams zugänglich sind für rollis und srf die paralympics von einem menschen mit behinderung zusammenfassen lässt? Dann lest den aktuellen schattenbericht (gegenperspektive der behindertenorganisationen zum staatenbericht des bundes) zuhanden des uno-behindertenrechtsausschusses, und lasst euch desillusionieren.

Der bericht bestätigt vieles, was wir auch in unserem alltag erleben. Leider. Ist noch sehr schattig, diese realität.

Mittwoch, 6. April 2022

UK Petition (vom Redaktionsschwarm)

Liebe freunde der idiotischen uk-sprecher wie wir

 

Diese petition legen wir euch ans herz. Sie fordert, dass endlich alle, die es brauchen, gute uk kriegen. Das schafft natürlich keine petition und nicht noch so viele unterschriften. Aber ein tritt in den hintern der politik könnte es schon sein. Mal vorwärtsmachen!

 

Hier wird's erklärt:


 

 

 

 

Mittwoch, 30. März 2022

interview mit dem eidgenössischen büro für die gleichstellung behinderter (EBGB)

 2 von uns wurden von frau Annika zemp vom EBGB interviewt für deren newsletter. Dieser erscheint regelmässig online. Darin sollen menschen mit unterschiedlichen beeinträchtigungen über ihr leben mit diesen beeinträchtigungen in der schweiz berichten. Wo werden sie behindert? Wo fühlen sie sich nicht gleichgestellt? Wo sehen sie fortschritte? 

 

Wir haben unsere erfahrungen, meinungen und wünsche als uk-nutzer auf dem autismus-spektrum eingebracht. Das resultat können sie im newsletter nachlesen

 

Viel spass!

Mittwoch, 23. Februar 2022

Das richtige leben (vom Redationsschwarm)

 Liebe freunde des idiotenspeak

Bei der kritik an den coronamassnahmen und der vorfreude auf deren aufhebung hörte man immer wieder, dass man endlich wieder leben können soll. Also quasi mit den massnahmen wie zertifikat, maske und abstand in ausserfamiliären innenräumen kein leben möglich ist oder zumindest keines, das lebenswert ist. Abgesehen davon, dass dies doch etwas sehr überdramatisiert dahersülzte, fragen wir uns auch, was da als leben definiert wird.

Der übliche alltag wie wohnen, einkaufen, arbeiten, freunde treffen, familie knuddeln kann nicht gemeint sein. Das ging und geht auch mit den massnahmen. Auch ins restaurant, kino, konzert und in clubs, zum sport und auf parties konnte man. Reisen und in die schule konnte man. Also wenn man genügend geld hat, nicht krank, ein mensch mit beeinträchtigung oder ein pflegender angehöriger mensch ist. Sonst bleibt einem vieles davon oft verwehrt. Hat aber nichts mit coronamassnahmen zu tun.

Was beinhaltet also dieses ominöse leben, das die massnahmen verhindert haben und das doch anscheinend das einzig wahre leben ist? Und was heisst das für die leben derer, die da auch vor corona nicht waren?

Vor allem scheint das viel mit distanzlosigkeit, feiern in grossen gruppen mit viel alkohol und geschrei und am meisten mit dem freien blick auf mund und nase zu tun zu haben. Oder doch eher mit dem ausleben von reinem egoismus, jederzeit alles genau so tun zu können, wie man will; ohne mühsam rücksicht zu nehmen auf irgendwas oder irgendwen? Und ohne konsequenzen und verantwortung für dieses ‘wieder richtig leben’. Zwei jahre sind schliesslich genug. Soll sich die vulnerable gruppe jetzt mal selbst schützen.

Dieses 'richtige leben' muss endlich wieder vorrang haben. Denn das sind die Leute, die dieses leben so richtig finden, gewohnt, dass ihre sicht von ‘richtig leben’ und ihre bedürfnisse und ihre definition von freiheit vorrang haben. 

Jetzt auf die strasse zu gehen und diktatur zu schreien wegen maskenpflicht im öv, während in der Ukraine bald die menschen vielleicht unter einem diktator mit atomwaffen leben müssen, ist die textbook-definition von privileg und ignoranz.

Mittwoch, 22. September 2021

#ClimateAction #Klimastreik (vom Redaktionsschwarm)

 Wir laufen mit der realität, dass wir nicht blöd sind, nur nicht lautsprechern können, auch immer gegen eine Wand. Aber der Klimawandel bringt eine noch viel grössere Wand mit sich.

Siehe ‘the denial’, den neuen spot von fridays for future zum globalen klimastreik vom 24.9.21:


Wenn wir hingehen dürften und arbeiten wo und was wir wollen, gingen wir am freitag auch striken fürs klima. Mit transparent. Denn schreiben können wir.

Mittwoch, 11. August 2021

#Paralympicsschauen (vom Redaktionsschwarm)

Gerade waren olympische Spiele, gefühlt 2 Monate lang. Gute Ablenkung von Corona und natürlich toll für die teilnehmenden Sportler:innen. Aber auch Symbol von purem Ableismus.

Der ideale Körper wird gefeiert. Nicht nur der gesunde, sondern der für Rekorde perfekt trainierte, was häufig ungesund ist. Der Kult der able-bodied olympischen Ersatzgötter. Schneller, höher, stärker. Eben nicht verbindend ‘dabeisein ist alles’. Wer versagt, wird verachtet und vergessen.

Apropos Inklusion: Dass die Paralympics immer noch separat und mit einem Bruchteil medialer und somit gesellschaftlicher Aufmerksamkeit den Spielen der schönen Körper hinterherlaufen müssen, versteckt in deren Schatten, ist das stärkste Zeichen dafür, wie ableistisch unsere Gesellschaft der Menschen immer noch ist. Allen inklusiven Beteuerungen zum Trotz.

Setzen Sie ein anderes Zeichen: Schauen Sie die Paralympics; reden Sie darüber, tweeten Sie über diese perfekten Körper und idealen Athleten.

Übrigens: Haben Sie schon von den Special Olympics gehört?

Mittwoch, 7. Juli 2021

Impfprivileg (vom Redaktionsschwarm)

Jetzt haben alle ab 12 in der Schweiz die Möglichkeit, sich gegen Corona zu impfen. Wir sind privilegiert gegenüber vielen anderen Ländern, vor allem geldärmeren. Wir können uns schützen vor schweren Verläufen und gleichzeitig wieder fast alles machen. Wenigstens die unter uns, die das vor Corona konnten. Freiheit geniessen.

Nun gibt es Leute, die sich nicht impfen lassen wollen. Sie haben die Freiheit, dies so zu entscheiden. Wenn sie sich nicht dauerhaft von allen anderen Leuten fernhalten, solange das Virus da ist, werden sie sich irgendwann anstecken. Und sie werden andere anstecken.

Fernbleiben schränkt ihre Freiheit ein, sagen sie. Aber andere anstecken schränkt deren Recht ein auf körperliche Unversehrtheit. Also schweizerischer Kompromiss: Ungeimpfte bleiben nur da fern, wo die Ansteckungsgefahr hoch ist: In Innenräumen ohne Abstand und bei Grossveranstaltungen.

Das ist Diskriminierung, sagen die Nicht-Impfenden. Sie haben keine Ahnung von Diskriminierung. Diskriminiert werden kann man aufgrund von etwas, das man selbst nicht ändern kann, zumindest nicht schnell, bei dem man keine Wahl hat: Hautfarbe, Aussehen generell, Beeinträchtigungen, sexuelle Orientierung, Geschlecht, Religion, Herkunft, sozialer Status, solche Dinge. Diskriminierung hat mit Ausüben von Macht und Festhalten an Privilegien zu tun.

Nichts davon trifft hier zu, im Gegenteil. Die Leute, die so reden, fordern Privilegien ein. Sie wollen ihren Beitrag zum Allgemeinwohl und der Bewältigung der Situation nicht leisten, nämlich impfen. Aber sie wollen vom Beitrag der anderen profitieren, damit auch sie wieder ausgehen können. Sie treffen eine Wahl für sich allein und wollen gratis auf die Fun-Bahn, die andere bezahlt haben. Sie verwechseln Konsequenzen einer freien Entscheidung mit Diskriminierung.

Das ist die Definition von Entitlement. Get over it, Leute!